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Erkrankungen des Darmes aus naturheilkundlicher Sicht "Der Tod sitzt im Darm" altchinesische Weisheit
Unserer Darm ist einerseits das Organ unserer Nahrungsaufnahme und zum anderen ist er die Produktionsstätte unseres grössten Immunsystemanteils. Dies ist umso verständlicher, da der Darm ja die grösste Oberfläche zur Aussenwelt hin hat. Mit all seinen Windungen hat der Darm, quasi ausgebügelt eine Oberfläche so gross wie ein Tennisplatz. Unzählige Fremdstoffe, Chemikalien, krankmachende Mikroorganismen u.s.w. aus der Nahrung müssen vom Darm abgewehrt werden. Daher ist ein gut funktionierendes Immunsystem im Darm überlebenswichtig. Unser Darmimmunsystem: Die Nasennebenhöhlen gehören entwicklungsgeschichtlich zum Darm. Hier werden schon wichtige Substanzen für unsere Immunabwehr, sogennante Immunglobuline produziert. Immunglobuline sind in der Lage, sich an Fremdkörper wie z.B. schädigende Bakterien anzuheften und deren Zerstörung einzuleiten. Die Immunglobuline, die in den Nasennebenhöhlen produziert werden findet man auf der gesamten Schleimhautoberfläche des übrigen Verdauungstraktes wieder. Besteht eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, so ist sicherlich auch das übrige Darmsystem in seiner Abwehrfunktion gestört. Im Mund, Kiefer und Halsbereich befinden sich grosse Lymphknoten, unter anderem auch die Rachen und Gaumenmandeln. Entzündungen und chronische Störungen zeigen auch hier eine Schwäche des Darmimmunsystems an. In den übrigen Darmabschnitten sind ebenso Hunderte von kleinen Lymphknoten eingelagert. Diese Lymphknoten sind Heimstätte von vielen Millionen Abwehrzellen, so genannten Lymphozyten, die ständig abwehrbereit ausgeschüttet und ihre Arbeit in der Darmschleimhaut verrichten können. Bauchschmerzen wechselnder Lokalisation kann bedeuten, dass sich einzelne lokale Abschnitte des Darmes mit dazugehöriger Lymphknotenbeteiligung entzündet haben. Der Darm als Verdauungsapparat: Unsere Verdauung beinhaltet viele aufeinanderfolgende Funktionen in den jeweiligen Darmabschnitten. Im Mund muss die grobe Nahrung durch das Kauen mechanisch zerkleinert und eingespeichelt werden. Der Speichel ist basisch und zersetzt schon einen Teil der sogenannten Kohlenhydrate. Genau diese basischen Substanzen reizen wiederum den in der Verdauung folgenden Magen zur Ausschüttung von Salzsäure, was dort zur Eiweissspaltung führt. Die Salzsäureproduktion im Magen ist ein wichtiger Regulator im Säure-Basenhaushalt des Menschen. Die Verweildauer der Speise im Magen beträgt etwa drei bis vier Stunden. Das saure Stoffwechselprodukt regt dann im folgenden Dünndarm die Bauchspeicheldrüse zur Produktion eines wiederum basischen Enzymgemisches an, was dann restliche Kohlenhydrate zersetzt. Fette werden mit Hilfe der Galleflüssigkeit aus der Leber verstoffwechselt. Es entstehen also aus grober Nahrung immer kleiner werdende Moleküle, die dann im folgenden ca 10 Meter langen Dünndarm schliesslich in die Blutbahn aufgenommen und anschliessend zu den verbrauchenden Organen transportiert werden. Im Enddarm, dem Dickdarm folgt im wesentlichen Wasserentzug und Eindickung der übrig bleibenden Reststoffe und schliesslich Ausscheidung des Nahrungsbreies als Kot. Die Leber – unser grösstes Entgiftungsorgan für schädliche Chemikalien, sondert viele Giftstoffe ab, die zunächst in der Galleflüssigkeit erscheinen und dann auch über den Enddarm ausgeschieden werden können. Unsere Verdauung wird durch viele Milliarden von Bakterien unterstützt, die mit uns in so genannter Symbiose (Symbiose=Das Zusammenleben unterschiedlicher Species zu gegenseitigem Nutzen) im Darm leben. Diese Bakterien helfen uns, die Nahrung zu zersetzen und Vitamine und Spurenelemente verfügbar zu machen. Aus der Art der Zusammensetzung der unterschiedlichen Bakterienarten im Stuhlgang kann auf ein funktionierendes oder erkranktes Verdauungssystem zurückgeschlossen werden. Warum wird der Darm krank ? Vorbemerkend muss gesagt werden, dass ein kranker Darm nicht immer Beschwerden macht. Viele Krankheiten unserer heutigen Zeit lassen sich jedoch auf einen erkrankten Verdauungskanal zurückführen, ohne dass am Darm selbst etwas bemerkt wird. Blähungen, Bauchweh, Verdauungsunregelmässigkeiten, Sodbrennen, Kreislaufstörungen, Müdigkeit oder auch Allergien sind immer sichere Zeichen einer schweren Darmstörung. Siehe auch overgrowth-syndrome, Glutenunverträglichkeit, Kohlenhydratunverträglichkeit. V.a. hartnäckige chronische Krankheiten müssen immer auch über eine Sanierung des Darmes mitbehandelt werden. Wie wird also der Darm überhaupt krank ? Betrachten wir die Dinge zunächst einmal von der funktionellen Seite: Wenn ungenügend lange gekaut und die Nahrung nicht vollständig mit Speichel vermischt wird, fehlt schon die genügende Durchmischung des Speisebreies mit basischen Substanzen. Kohlenhydrate werden dann im Munde ungenügend verkleinert und in der Folge kann auch nicht genügend Salzsäure im Magen entstehen. In der Folge werden unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dünndarm weitergeleitet. Die Anhäufung von Unverdautem im Dünndarm lassen dann „Aasfresser“, also unnatürliche Bakterienarten und Pilze wuchern. Es entsteht Fäulnis und Gärung. Giftige Gärungsalkohole, Fäulnisgase und andere toxische Substanzen überlasten dann unsere Leber. Es kommt zur so genannten Autointoxikation (Selbstvergiftung) des Körpers mit Folgeerkrankungen an vielen übrigen Organen. Der berühmte Darmarzt Dr. F.X.Mayr spricht hier vom 1. Kardinalfehler bei der Ernährung: Das ungenügende Kauen. Der zweite Kardinalfehler, den wir beim Essen machen können ist der folgende: Wir nehmen uns zuwenig Zeit zum Essen und tun Dinge nebenbei. Warum sich das fatal auf die Verdauung auswirkt, kann anhand der Funktionsweise des vegetativen Nervensystems erklärt werden. Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Gegenspielern: Sympathikusnerv und Parasympathikusnerv. Der Sympathikusnerv aktiviert unsere so genannte „Fluchtreaktion“ oder auch „Stressreaktion“. Er aktiviert alle Körperfunktionen, die mit einer schnellen Abwehr auf einen Angriff von Aussen zu tun haben, z.B. Stärkung der Herz/Kreislaufleistung, Schweisssekretionsförderung, Steigerung der Muskeldurchblutung, Zunahme der Wachheit, Erhöhung des Stoffwechselgrundumsatzes u.s.w.. Messungen haben gezeigt, dass bei Aufregung z.B. durch Fernsehen, beim Lesen von best. Nachrichten, beim Führen aufreibender Gespräche besonders der Sympathikusnerv aktiv ist und gleichzeitig der Parasympathikusnerv unterdrückt wird. Da unsere Verdauung aber durch die Aktivität des Parasympathikus gesteuert wird, kommt es zu einer minderwertigen und fehlregulierten Verdauung, wenn es uns nicht gelingt unsere Nahrung in Ruhe einzunehmen und uns auf das Essen zu besinnen. Vielen ist auch nicht bekannt, dass es eine sehr wichtige Rolle spielt, wann bzw. wann wir lieber nicht essen sollten. Da sich alles Gegessene zunächst ca drei bis vier Stunden im grossen Speicherorgan Magen befindet und sich dort mit Salzsäure vermischen muss und sich danach der Mageninhalt quasi in einem Aufwasch komplett in den Dünndarm entleert, sollte man erst nach ca 4 Stunden erneut etwas essen. Zwischenmahlzeiten würden ansonsten viel zu früh mit durchrutschen. Wiederum bestünde eine Anhäufung von ungenügend Vorverdautem mit Gefahr der Gärung und Fäulnisbildung im Dünndarm. Entgegen anderslautender Meinung sollte man daher keine Zwischenmahlzeiten einnehmen ! Erst der dritte Kardinalfehler ist die falsche Wahl der Speise selbst. Unsere moderne Ernährung mit ihren multiplen chemischen Zusatzstoffen zur Konservierung bzw. Haltbarmachung zerstört insbesondere das sensible Gleichgewicht unserer Darmbakterien. Konservierungsstoffe und andere chemische Rückstände wie Hormone, Antibiotika, Plastik aus Lebensmittelverpackungen, Stoffe der Innenauskleidung von Lebensmitteldosen u.s.w. drängen diese zurück, und eine Fehlbesiedlung mit krankmachenden Keimen die wiederum die Autointoxikation (s.o.) begünstigt, ensteht.
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