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Störungen durch Zahnherde
In der Medizin versteht man unter einem Herd bzw. einem Störfeld einen abgegrenzten Krankheitsprozess, der über die lokale Umgebung hinaus Fernwirkungen hat und Erkrankungen in anderen Organen unterhalten kann. Die häufigsten Störungen mit Herd/Störfeldcharakter befinden sich im Kopf, so vor allem im Zahn-Kieferbereich. Neben verlagerten Zähnen und Wurzelresten sind es vor allem wurzeltote oder wurzelgefüllte Zähne mit bakterieninfizierten Nervenkanälen und sich an ihnen bildende Entzündungsherde. Diese Herde streuen Bakterien, Gifte, Eiweissabbauprodukte und Allergene kontinuierlich in die Blutbahn und können zu krankhaften Störungen oder nervalen Irritationen in entfernten Regionen führen. Doch wie erklärt sich die extrem starke Auswirkung der Zähne auf den Organismus ? Ein gesunder Zahn ist mit seiner Wurzel in den Knochen eingebettet und in einem Fasersystem als Dämpfungsmechanismus aufgehängt. Im Inneren des Zahnes befindet sich der Zahnnerv mit Blutgefässen. Über dieses Gefäss-Nervenbündel wird die Ernährung des Zahnes sichergestellt und gleichzeitig die Nervenreizung als eine Art Warnsystem benutzt, welches über eine Schmerzmeldung Defekte oder Erkrankungen anzeigt. Wenn nun dieser Nerv stark gereizt wird, sei es durch Zahnbruch, Überbelastung oder Entzündung durch einen kariösen Defekt, so kann er absterben. Die Folge ist, dass mit dem toten Nervengewebe auch Bakterien und Leichengifte im Wurzelkanal zurückbleiben. Selbst die beste Wurzelbehandlung kann nur einen gewissen Teil dieser giftigen Substanzen aus dem weitverzweigten Kanalsystem entfernen. Da der Zahn mit dem umliegenden Gewebe, der Wurzelhaut und dem Kieferknochen in ständigem aktiven Austausch steht, werden so auch Bakterien und Toxine ständig in den Körper geschwemmt. Im Zahn verbleiben also hochinfektiöse, giftige Organbestandteile und Abfallprodukte, welche über die Seitenkanälchen in das umliegende Knochengewebe und über die Markräume des Kieferknochens in das Fliesssystem des Organismus gelangen. Noch gravierender sind die Auswirkungen an den Zähnen, die unbemerkt abgestorben sind aber nie wurzelbehandelt wurden. Da hier noch das gesamte abgestorbene und infizierte Nervengewebe im Zahn vorliegt und somit ungleich mehr Bakterien und Gifte völlig ungehindert frei werden sind die Reaktionen meist noch wesentlich stärker. Machen Sie sich einmal bewusst: Abgestorbene Körperteile, wie z.B. Finger oder Zehen werden amputiert, da sie den Körper innerhalb kürzester Zeit durch die freiwerdenden Bakterien und Leichengifte zerstören würden. Tote Zähne, die die gleichen Gifte abgeben verbleiben jedoch im Körper. Das Problem liegt darin begründet, dass der bereits abgestorbene Zahn keine Möglichkeit hat über einen warnenden Schmerz den Organismus auf das Problem aufmerksam zu machen. Selbst der Grossteil der Zahnärzte nimmt eine solche Situation nicht allzu ernst. Im Glauben an die Allmacht des Immunsystems, welches „so wenige“ Gifte und Bakterien schon im Zaum hält und der Hoffnung, durch eine Wurzelbehandlung möglichst viel infiziertes Restgewebe entfernen und Tausende winzige Wurzelkanälchen dicht verschliessen zu können, werden wurzeltote, infizierte Zähne belassen. Einerseits funktioniert das zumindestens technisch oftmals für lange Zeit und ein gesunder Patient kann auch sicher diese ständige Belastung des Immunsystems gut kompensieren. Andererseits muss man sich die Frage stellen, inwieweit ein Erkrankter auf diese zusätzliche Schwächung reagiert, denn irgendwann ist die Fähigkeit zur Kompensation erschöpft. Wenn eine solche chronische Entzündung in den umgebenden Knochen einbricht, führt sie je nach Abwehrleistung des Organismus, zu einer chronischen Knochenentzündung bzw. Zyste oder es kommt zu akuten Prozessen, bei denen sich der Eiter einen Weg nach aussen sucht und einen Abszess bildet. Diese typische „dicke Backe“ sehen Zahnärzte in den letzten Jahren allerdings immer seltener, denn dazu gehört ein intaktes Immunsystem, welches sich den Erregern gegenüber massiv zur Wehr setzt. Diese Verringerung der Abwehrleistung in der Bevölkerung wird bei Betrachtung des Absinkens von Immunglobulin A, einem Indikator für die Immunkraft, um 30% seit dem 2. Weltkrieg deutlich. Ursächlich dafür stehen neben den vielfältigen Umweltgiften auch der oftmals leichtfertige Umgang mit Medikamenten. So wird jeder noch so kleine Infekt heute mit Antibiotika beschossen, jedes noch so harmlose Fieber mit fiebersenkenden Tabletten „behandelt“, obwohl es sich zumeist um ein gesundes Heilfieber handelt. Die Folge ist , und damit schliesst sich der Kreis, das Störfelder einfach unerkannt bleiben und über die im Vorfeld bereits diskutierten Mechanismen über Fernwirkungen krank machen. Je nachdem wie lange es dauert bis ein solches Störfeld erkannt wird, arbeitet im Patienten oft über Jahrzehnte eine Giftfabrik, die Bakterien und Leichengifte in den Körper schleust. Experimente bei denen solche, aus abgestorbenen Zellen stammenden Leichengifte gesunden Tieren verabreicht wurden, ergaben schwere Leberschäden und entzündliche Herde sowie degenerative Veränderungen an anderen Organen. Für im Knochen verbliebene Wurzelreste oder Restostitiden (Knochenentzündungen) sind ähnliche Zusammenhänge wie bei den wurzeltoten Zähnen nachzuweisen. Bei der Extraktion eines Zahnes ist es unter Umständen möglich, dass Fragmente oder Wurzelreste im Knochen verbleiben, ohne dass dieses vom Zahnarzt erkannt und weiter verfolgt wird. Der Knochen heilt über diesem abgebrochenen Zahnfragment in der Regel problemlos zu und der Patient hat tief im Inneren des Knochens ein Stück toten Zahn, inklusive der davon ausgehenden Entzündungsreaktion. Restostitiden sind in bereits zahnlosen Bereichen vorliegende Entzündungen im Sinne einer abgekapselten Zyste oder im schlimmeren Fall einer diffusen Einschmelzung. Diese Restentzündungen stammen zumeist von ehemaligen Zahnherden, die entweder nicht vollständig oder aber bei mangelhaftem Regulationspotential entfernt wurden. Zahnherde sind im übrigen mit ca 60% die häufigsten Störfelder gefolgt von den Mandeln und Narben. Diagnose und Therapieentscheidung: Jeder Mensch ist so individuell, dass man niemals eine grundsätzliche Therapieentscheidung treffen kann. Prinzipiell muss das Alter, die Immunlage und die Psychologie des Patienten berücksichtigt werden. Ausserdem die Stärke und Lokalisation der Beschwerden, die Position und strategische Bedeutung des wurzeltoten Zahnes sowie Stärke und Grösse der vorliegenden Entzündung. Es gibt aber dennoch einige Situationen in denen man möglicherweise zu einer Entfernung aller wurzelbehandelten Zähne raten muss: Dies sind die sehr schwer erkrankten Patienten, wie z.B. Krebs- oder MS-Patienten. Da es z.B. bei Krebs Patienten nur um eines geht, nämlich um das Überleben, treten alle anderen Entscheidungskriterien in den Hintergrund und es ist wichtig bei diesen Patienten das Immunsystem so weit wie möglich zu entlasten und so seiner Genesung mehr Heilungsimpulse zu geben. Findet man einen Zahn, der einen deutlichen röntgenologischen Befund aufweist oder eindeutig bestimmten organischen Beschwerden zugeordnet werden kann, so wird evtl. ebenfalls zu einer Entfernung geraten. Wurzelspitzenresektionen, d.h. die Entfernung der unteren Wurzelanteile inkl. der Entzündung sind immer problematisch, da eine Entfernung der Wurzelspitze lediglich technisch das Problem lösen kann, niemals aber regulativ. Ganz im Gegenteil kann durch eine Resektion ein vormals abgekapselter Prozess erst systemisch aktiv werden. Das heisst eine Wurzelspitzenresektion macht, auch wenn sie röntgenologisch und makroskopisch sichtbar abheilt, die Situation durch Keimaufschwemmung oder Bindegewebsblockaden oftmals noch schlimmer. Häufig kann man erleben, wie nach einer Wurzelspitzenresektion zwar zunächst eine Verbesserung, dann aber eine massive Verschlimmerung oder ganz neue Symptome erscheinen ( z.B. Gelenkbeschwerden ). Erst eine Entfernung des Zahnes bringt dauerhafte Beschwerdefreiheit mit sich. Lediglich in Fällen, in denen ein Zahn strategisch sehr wichtig ist, wie z.B. im Frontzahnbereich oder bei Patienten, welche beim Lachen ihr gesamtes Zahnfleisch zeigen und die ansonsten eine recht robuste Gesundheit aufweisen und keine oder nur wenige Beschwerden haben, sollten Wurzelspitzenresektionen durchgeführt werden. Allerdings nur unter Vorbehalt und unter regelmässiger Kontrolle. Nun gibt es aber sehr viele Patienten, bei denen man weder röntgenologisch noch anamnestisch einen Bezug zu einem der wurzelbehandelten Zähne herstellen kann. In diesem Fall kommen andere, sehr sensible Diagnosemöglichkeiten zum Einsatz, um feststellen zu können, ob der Zahn schädigende Einflüsse auf den Organismus aufweist oder nicht. Bei diesen Diagnosemethoden geht es vor allem darum, das sogenannte Regulationsverhalten des Organismus richtig zu interpretieren. Regulationsverhalten ist im Allgemeinen nichts anderes als die Reaktion des Körpers auf einen Reiz hin. Um hier zu Aussagen zu kommen setzt man den Körper einem Reiz aus und prüft dann die Reizantwort, bzw. deren Abweichung von einem definierten Normverhalten. Man unterscheidet u.a. Normalreaktion, abgeschwächte Reaktion, überstarke Reaktion und paradoxe (gegenteilige) Reaktion. Eine sehr elegante Möglichkeit, den Körper in verschiedenen Arealen auf seine Reizbeantwortungsfähigkeit hin zu untersuchen, stellt die sogenannte Computer-Regulations-Thermographie dar. Durch diese Untersuchung kann in Kombination mit der sogenannten Neuraltherapie auf elegante Weise ein Zusammenhang zwischen Zahnstörfeld und Gesamtkörperregulationsverhalten zweifelsfrei nachgewiesen werden. Um zu gewährleisten, dass nach einem operativen Eingriff, bzw. Entfernung eines Zahnes oder Wurzelrestes oder einer Restentzündung im Kieferknochen eine, auch aus ganzheitlicher Sicht regulatorisch einwandfreie und vollständige Ausheilung stattfindet, sind einige wichtige Kriterien zu beachten. Bei der Zahnsanierung ist es nach einer vorsichtigen und schonenden Extraktion wichtig, das Zahnfach absolut gewissenhaft auszuschaben oder ggf. auszufräsen, um wirklich alle infizierten Knochenanteile zu entfernen. Dies dauert oft wesentlich länger als die eigentliche Extraktion selbst. Damit anschliessend eine auch aus regulatorischer Sicht ausreichende Heilung des sanierten Bezirkes stattfinden kann, sollte eine naturheilkundliche Begleittherapie durchgeführt werden. |
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