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Erkrankungen der Psyche
Schnell kommen wir hier zu einem Dilemma. Schon den Begriff "Psyche" in einheitlichem Verständnis zu benutzen fällt schwer. Folgende Assoziation halte ich für treffend: Alles was wir in unserem Innersten als Gefühl (abgesehen von Schmerzen und Berührung) erleben ist Bestandteil der Psyche, so wie z.B. Glück, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Wut, Enttäuschung, Eifersucht etc. Psyche darf nicht mit Geist/Seele verwechselt werden(s.u.). Aus naturheilkundlicher Sicht besteht eine Kopplung zwischen einer psychischen Empfindung und einem kranken inneren Organ. Beides, Psyche und Organ führen eine Koexistenz auf gleichberechtigter (also nicht linear-abhängiger, sondern dual verschalteter) Ebene. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es hier nur selten zu einer quantitativ gleichzeitigen Ausprägung kommt. Psychische und organische Erkrankung verhalten sich bipolar und treten im zeitlichen Bewusstsein nur allzuoft phasenverschoben auf.
Ich würde somit die Behauptung aufstellen, dass es eigentlich gar keine Erkrankung gibt, die nicht auch irgendwie als psychosomatisch einzustufen ist. In diesem Fall ist die Psyche primär erkrankt gewesen und die Krankheit des Organs folgte zeitlich versetzt später. Aber in jedem Fall gibt es auch die umgekehrte Phänomenologie. Man spricht dann von somatopsychischen Erkrankungen. Echte Heilungen von Krankheiten erfassen selbstverständlich zeitversetzt immer beide Anteile.
Zur Klärung eines schwachen und damit des (primär ?) therapiebedürftigsten Organes hilft somit auch die Analyse der Psyche weiter, denn wie schon gesagt: Bestimmte Gefühle sind auch bestimmten Organen zugeordnet, so z.B. die Wut der Leber, die Enttäuschung der Lunge, die Angst der Niere u.s.w. Eine Therapie körperlicher Erkrankungen kann somit über eine Therapie der Psyche möglich sein; genauso wie eine Therapie der Psyche auch über den Körper möglich ist.
Dem Psyche-Körper-Dualismus übergeordnet steht unsere Seele oder der Geist. Hierz findet sich kein organisches Korrelat. Der Geist ist an ein übernatürliches Bewusstsein, unser "Gewissen" gekoppelt. Geist ist die zutiefst vorhandene spirituelle Quelle in uns. Wenn wir Psychotherapie betreiben, muss uns klar sein auf welcher therapeutischen Ebene wir uns befinden. Der Geist geht uns voran. Er ist die Triebfeder unser menschlichen Existenz. Er existiert in Gedanken und Intuition. Mögliche schwere psychische Empfindungsstörungen wie z.B. Neurosen lassen sich über eine klassische Psychotherapie nicht wirklich kausal behandeln, wenn die Existenz des Geistes negiert wird. Bei Neurosen oder der echten Depression kommt es zumeist zu einem inneren (Gewissens-)Wertekonflikt, manchmal bewusst, manchmal nicht. Eine vernünftige Behandlung sollte hier auch auf der höher stehenden Ebene, also über den Geist erfolgen. Hier kommt in jedem Fall bestens eine spirituell-religiöse bzw. philosophisch geprägte Therapieform, die Logotherapie (nicht zu verwechseln mit Logopädie) oder die Mentalfeldtherapie nach Klinghardt bzw Psychokinesiologie/ Hypnose o.ä. zum Einsatz.
Wagen wir eine rein analytische oder eine auf reiner Verhaltensmodulation basierende Therapie, so bewegen wir uns auf dünnem Eis. Zu schnell drehen wir uns hierbei im Kreis und es kommt zur schädlichen Hyperreflexion. Die Logotherapie dient nicht, wie die klassische Analyse zur Aufdeckung weit zurückliegender Prozesse, die schnell in Schuldzuweisungen münden können, sondern in aktiver Handlung und einer Einstellungsmodulation des Gegenwärtlichen. Der Therapeut nimmt sich dabei eher zurück. In der Psychoanalyse dagegen kann es häufig es zu grotesken Psychotherapeut-Patient-Bindungen kommen, die dazuführen können, dass jahrelang ohne wesentliches Ergebnis analysiert und analysiert wird. Die Schutzfunktion der Seele (sie will Alles, nur nicht in einen echten Aufdeckungskonflikt geraten) bewirkt, dass man sich als Patient immer schön um die Wahrheit schlängelt. Besonders häufig passiert das bei Patienten, die ständig ihren Therapeuten wechseln. Sie landen schliesslich bei jemanden, der "wirklich nett" ist. Allzuoft ist das genau der Therapeut mit dem man am besten Schangenlinien fährt. Die Therapie der Psyche hat in der Naturheilkunde einen hohen Stellenwert, denn die Naturheilkunde bejaht die Existenz der untrennbar verbundenen Körper-Psyche-Einheit sowie eine "übernatürliche" spirituelle Geistesexistenz. Andere Therapieformen bei psychischen Störungen: z.B. Mentalfeldtherapie Bach-Blüten-Therapie |